Entwickelt sich mein Kind normal?

Ab dem Tag der Empfängnis stellen sich Eltern diese Frage: Entwickelt sich mein Kind normal?

Eine Frage, die aus dem Bedürfnis nach Sicherheit entspringt, aber auch aus der Angst heraus, dass etwas nicht stimmen könnte, dass man etwas falsch gemacht hat, dass man in irgendeiner Weise jetzt schon versagt haben könnte.

 Heutzutage besteht ein enormer Leistungsdruck, den wir nun auch auf unsere Kinder projizieren. Entwickelt sich mein Kind „artgerecht“? Kann es den eigenen Kopf schon halten? Kann es sich vom Rücken auf den Bauch rollen? Kann es schon alleine sitzen? Krabbelt es denn schon?

Man findet zig Ratgeber und deren Zeittabellen, wann ein Kind, was in der Lage zu tun sein sollte. Aber das reicht natürlich nicht, man vergleicht sein eigenes Kind mit den Kindern der Krabbelgruppe, der Freunde, mit wildfremden Kindern auf dem Spielplatz. Doch wehe man findet etwas, worin das eigene Kind noch nicht „altersgerecht fortgeschritten“ ist, dann macht man sich sorgen, man wird unruhig, denn das eigene Kind steht quasi repräsentativ dafür, ob man eine gute Mutter oder ein guter Vater ist. Wenn das Kind also mit 14 Monaten immer noch krabbelt oder sogar nur mit dem Popo auf dem Boden rutscht, dann haben die Eltern in irgendeiner Form versagt und etwas nicht richtig gemacht- wohlmöglich das Kind nicht genügend gefördert und sich nicht gut genug darum gekümmert, dass das Kind auch normal funktioniert. (und getuschelt hinter vorgehaltener Hand: Vielleicht wird es auch zuhause einfach vernachlässigt)

 Also was machen Eltern – Sie laufen zum Kinderarzt, von dort aus dann zum Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten, lassen sich ADHS Medikamente für das Kind verschreiben und wer weiß, was noch alles und das kommt alles noch zusätzlich zum Babyschwimmen, Musikunterricht und dem Fremdsprachenunterricht.

 Anstatt Kinder zu erziehen, versuchen wir leistungsfähige Roboter zu erziehen, damit sie in dieser Welt konkurrieren können und erfolgreich sein können, was ein nobler und liebender Hintergedanke ist (Ich will, dass es meinem Kind einmal gut geht im Leben), doch nehmen wir dadurch unseren Kindern ihre Kindheit weg. Wir machen aus unseren Kindern „Problemfälle“ und bringen ihnen damit von früh auf bei, dass etwas nicht mit ihnen stimmt und Verbesserung benötigt, dass sie nicht gut genug sind, so wie sie sind. Das ist das Vermächtnis, das wir ihnen hinterlassen- sealed with a kiss.

 Lasst eure Kinder einfach wieder Kinder sein und sie sich so entwickeln lassen, wie sie wollen. Am Ende wird jedes Kind das Laufen lernen.

 Hierzu ein Fakt:

 Auf Bali werden Kinder bis zu ihrem 6. Lebensmonat ununterbrochen getragen, da man dort glaubt, dass der Boden unrein sei und böse Geister dort schweben würden. Man glaubt auch, dass Babies bis zum 6. Lebensmonat Götter vom Himmel wären, die quasi nach einer Testzeit sich entweder dafür entscheiden können zu bleiben oder wieder in den Himmel zurückzukehren. Wenn sich diese Götter dafür entschieden haben zu bleiben, gibt es zum 6. Lebensmonat eine stundenlange, spirituelle Zeremonie, in der die bösen Geister durch ein Kokosnussdummybaby getäuscht werden sollen und erst danach berührt das Kind zum ersten Mal die Erde und wird als Erdling willkommen geheißen.

Jedoch hat es sich nun kultiviert, dass Kinder grundsätzlich getragen werden bis sie tatsächlich laufen können und diese Kinder machen keine Krabbelphase oder auf dem Po-rutschen-Phase durch und können am Ende trotzdem gehen und laufen, wie alle anderen Menschen auch.

 Ich erzähle diese Geschichte nur, um zu zeigen, dass ihr das Ganze entspannter angehen könnt. Meine Tochter kann mit 4 Jahren immer noch kein ‚R‘ richtig aussprechen, aber ich bin mir sicher, dass auch sie das irgendwann von alleine gelernt hätte. (Vater hat sich für den Logopäden entschieden)

Ich weiß, man bekommt Druck von außen und jeder hat etwas zu sagen und im Kindergarten gibt es dann auch noch Erzieher, die einem erzählen wollen, was mit dem eigenen Kind nicht stimmt, aber seht euch eure Kinder an, beobachtet sie und dann sagt mir, dass irgendetwas mit ihnen kaputt ist, dass sie nicht perfekt sind, so wie sie jetzt gerade sind?! Kinder sind etwas wundervolles und sollten auch als so etwas betrachtet werden (die kleinen Plagegeister^^), meiner Meinung nach.

Wenn ihr mehr Rückhalt und Informationen zu diesem Thema haben wollt, dann kann ich euch das Buch von Michael Hauch empfehlen: „Kindheit ist keine Krankheit“

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Und ich wollte eigentlich nur auf die Frage antworten, ab wann ein Kind krabbeln sollte und ab wann man sich darüber sorgen machen sollte? 😀 Naja dies ist meine Antwort dazu.

 Was meint ihr dazu? Wie seht ihr das?

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