Partnerschaft: Baby da, Liebe weg

Je nach Studie sollen ca 65%-80% aller Paare davon betroffen sein. Man freut sich auf das Baby, die Schwangerschaft verlief noch super und kaum ist das Baby da, fängt die Beziehung an zu bröckeln. Und das trifft alle Paare durch alle Schichten, unabhängig davon, wie lange man vorher zusammen war. Paare, die lange Jahre zusammen waren und das Kind bewusst geplant haben, trifft es genauso, wie Paare bei denen das Glück unvorhergesehen kam. Das Kind sollte doch die Krönung unserer Beziehung sein- der nächste logische Schritt und stattdessen findet man sich zwischen Windeln wechseln, schlaflosen Nächten und einem Berg ungewaschener Wäsche wieder. Da bleibt oftmals keine Zeit mehr für den Partner. Ein Kind verlangt viel ab und vor allem ein Neugeborenes ist abhängig von einer Bezugsperson, die meistens die Mutter ist, wenn sie auch noch stillt.

 Es wird sich immer mehr gestritten, plötzlich fallen einem Dinge am Partner auf, auf die man vorher nie geachtet hatte, aber nun machen sie den Partner „unattraktiv“, um es milde auszudrücken, denn der Gedanke kann so weit reichen, dass man sich fragt, ob er denn wirklich dazu geeignet sei ein guter Vater zu sein- vor allem jetzt, wenn man ihn so in der Praxis sieht. Und das zieht natürlich alles runter- von Sex brauchen wir gar nicht zu reden.

Es ist normal, dass Frauen nach der Geburt erst einmal keine Lust haben. Das ist hormonbedingt, schließlich soll die Frau nicht sofort wieder schwanger werden und dem Körper Pause zum sich Erholen geben, noch dazu kommt dann der Schlafmangel, die neuen Herausforderungen im Alltag und da werden andere Dinge eben wichtiger als Sex, zum Beispiel:

– alleine und in Ruhe baden

– Wäsche waschen, aufhängen, bügeln, zusammenlegen etc

– Küche putzen

und vieles mehr…

 Sex hat da vorerst keinen Raum und großen Stellenwert.

Also, was kann man tun, um nach der Geburt nicht in eine partnerschaftliche Krise zu verfallen? Hier ein paar Tips:

 1. Reden, reden, reden

 Man sollte sich folgende Fragen stellen und ausdiskutieren bevor das Baby da ist:

 – Aufteilung: Wer macht was? Wer macht die Wäsche? Wie regelt man Hausarbeiten im Allgemeinen?Wie kommt Essen auf den Tisch, wer kocht, spült ab etc? Wenn der Mann arbeitet, kann er nach der Arbeit das Baby übernehmen und solche Dinge..

 – Arbeit: Wer geht arbeiten? Bleibt die Mutter erst einmal zu Hause? Für wie lange? Was ist der Plan?

 – Kita/Kiga: Ja, nein, welches Modell? Zeiten, wie lange, wie oft?

 – Erziehungstil: Was ist euch bei der Erziehung wichtig? Was wird euer Stil sein? Welche Kompromisse könnt ihr eingehen? Wer übernimmt, welche Rolle in der Erziehung? Autoritär oder doch Liberal, ein Mix?

2. Männer machen lassen

Oftmals wollen die Männer auch aktiv mit eingebunden werden, unterstützen und helfen, aber wir besserwisserischen Frauen mikromanagen alles. „ Nein, du musst ihn so halten“ „ Nein, erst dies, dann jenes“ „Die Spülmaschine wird so nicht eingefüllt!“ Jaja, wir Frauen beschweren uns dann noch über unsere helfenden Männer, wie ungeschickt und „falsch“ sie doch alles machen. Ist das Motivation? Hättet ihr dann noch Lust zu helfen? Also ich würde sagen „ Ja, dann mach doch selbst, wenn du alles besser weißt“ Ich hätte darauf keinen Bock und kann mir nicht vorstellen, dass es Männern da anders ergeht. Weniger nörgeln, sondern einfach machen lassen. Vielleicht werden die Fenster nicht streifenfrei geputzt sein, das Kind falsch rum angezogen sein und zum Essen wird es eine Woche lang Pasta geben, aber in dieser Zeit werdet ihr einen Moment für andere Dinge gehabt haben, werdet vielleicht 15 Minuten lang euch hinlegen können und Pause machen können oder andere Hausarbeiten erledigen können. Wen interessiert es, ob das Kind zwei verschiedene Socken an hat, es hat Socken an oder?! Also die Arbeit aufteilen und weniger nörgeln.

3. Sex und Zärtlichkeit

 Wie schon geschrieben, hat man als Frau oftmals nach der Geburt keine Lust auf Sex. Dieser Zeitraum kann von 6 Wochen bis zu einem Jahr variieren und ist ganz normal. Darüber sollte man sich schon vorher im Klaren sein- vor allem die Männer. Man darf diesen Rückzug nicht persönlich nehmen. Das hat die Natur so eingebaut und bei jeder Frau ist es anders. Das hat man einfach zu respektieren! Was aber nicht bedeutet, dass es keine Zeit mehr für irgendwelche Zärtlichkeiten geben kann. Ein Kuss hier, eine Streicheleinheit da, kann Welten verändern.

Habt einen Plan für die Zeit danach. Vielleicht können die Großeltern einmal die Woche oder zumindest alle zwei Wochen für eine gewisse Zeit auf das Baby aufpassen, damit ihr diese zusammen verbringen könnt. Wenn ihr einen Plan habt, dann nimmt euch diese Zeit auch für euch! Manchmal neigt man dazu lieber aufräumen zu wollen oder auch einfach nur schlafen zu wollen, aber seid euch bewusst, dass ihr immer noch in einer Partnerschaft lebt. Schafft also Zeit und Raum für euren Partner, wo ihr wieder ihr selbst seid und zu zweit!

Für die Frauen kann das anfangs schwierig sein. Ich weiß, das erste Mal als ich meine Tochter für eine Stunde abgegeben habe, musste ich erst einmal weinen, aber dieser Trennungsschmerz legt sich. Ja, das Baby ist wichtig, aber vergesst nicht, dass da noch eine andere Person ist, die zu eurer Familie dazugehört!

Hattet ihr nach der Geburt auch Beziehungsprobleme? Was habt ihr für Lösungen gefunden?

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